Warum zerfleischen sich die Linux Communities so?

Servus,

es gibt Dinge die verstehe ich nicht. Dazu gehört neben dem globalen Finanzmarkt und Franzosen jedoch auch der ewige und unnütze Kampf der Distributionsanhänger.

Jede freie Communtiy hat quasi den selben Aufhänger, man will den Leuten freie Software und deren Benutzung schmackhaft und durch Unterstützung so einfach wie möglich machen.

Allerdings fiel mir schon zu meiner früheren Linuxzeit schon auf, dass es gewaltige Sh*t-Storms und Flamewars zwischen den Distributionen gibt.

Meine aktivste „freie Software“-Zeit, war so um 2007/2008, damals als begeisterter Ubuntu Anhänger. Immer wenn man sich über Linux unterhielt war die Reihenfolge der Argumentation von vornherein gleich:

  1. Ubuntu ist das Beste – für Alles, für jeden!
  2. openSuse ist doch ein Krampf – Yast, *.rpm und lahm ist es eh!
  3. *-BSD, ein System für echte Nerds die keine GUI brauchen
Sei es nun da hingestellt, dass diese Thesen komplett auf gefährlichen Halbwissen basieren, sie waren einfach allgegenwärtig.
Aber auch heutzutage scheint dieser Egoismus der Linuxer allgegenwärtig zu sein.
Von den anderen Flames über Windowsmanager oder Texteditoren sehen wir hier einmal ab.

Beispiel!

Als Beispiel möchte ich hier einen aktuellen Blogeintrag von Dirk anführen.

Der eigentlich Blogeintrag dreht sich darum, dass wenn man in Community A engagiert ist, jedoch auch Produkte von Community B nutzt, dass dies bei A negative Reaktionen von wenigen aber dafür lauten Leuten hervorruft.

Wenn man die Kommentarlinie durchgeht, merkt man, wie schnell es sich von dem oben benannten Thema in das Persönliche – gar Anfeindende – über geht.

Warum?

So etwas muss doch nicht sein. Ich mein wenn man als Appelianer von Linuxern oder Windowslern angefeindet wird ist das ja zum größten Teils ok und eher der ewige Standard, aber intern in einer Richtung solche Auseinandersetzungen zu haben, finde ich grausam.

Vor allem ich habe noch nie einen Windows XP Benutzer erlebt der so der Maßen über Windows 7 Nutzer herzog wie zum Beispiel Ubuntu und openSuse.

Vor allem da es ja „freie Software“ heißt, was für mich auch bedeutet, ich bin frei welche Software / Betriebssystem ich nutzen möchte.

Fazit!

Ich muss mich bei meinem System zu Hause fühlen, es muss mir ein Gefühl der Geborgenheit geben – nennt mich wir, aber ich mag Harmonie.

Ich kann mich einfach mit keinem Linux anfreunden wo es solche Shitstorms über alles und jedem geht.

Schade!

Aber was meint denn der Würtschlmann dazu?

– der Bayer

7 Gedanken zu “Warum zerfleischen sich die Linux Communities so?

  1. Ok, ich gebe zu, auch ich habe meine Präferenzen wenn es um Linux geht. Seit 2004 beschäftige ich mich damit. Habe mit einem Knoppix der Version 3.x begonnen und danach viele – ich meine viiiiiele!! – andere Distributionen/Versionen installiert und ausprobiert. Doch irgendwie fühlte ich mich immer dem Debian-/Ubuntu-Zweig zugetan. Und so ist es auch heute noch. Aktuell läuft Ubuntu „Lucid Lynx“ 10.04 LTS auf meinem Hauptrechner.

    Trotzdem sage ich bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit: nutzt die Distribution, die von eurer Hardware am besten unterstützt wird! Benutzt die Distribution/das DE/den Browser/den Editor, usw. mit dem ihr am besten zurechtkommt!

    Und wenn ihr auf das Gefummel überhaupt keine Lust habt:
    kauft euch einen Mac!!

    • Es gibt durchaus auch Linux-Distributionen bei denen man nicht fummeln muss. Das schöne ist, dass man immer die Wahl hat. Das hat man bei einem Mac leider nicht.
      Und weil man die Wahl hat, hat man auch verschiedene Meinungen, daher ist das was zwischen den Benutzern verschiedener Distributionen passieren _kann_ eine „Meinungsverschiedenheit“. Das ist ganz normal und passiert jedem, aber zerfleischen tut sich deswegen noch lange keiner.

  2. An sich ist dieses Phänomen recht einfach zu erklären.
    Die Linux Community in ihrer Gesamtheit hat eine Eigenschaft die es weder bei Microsoft noch Apple gibt. Sie hat den Anspruch an sich produktiv am genutzten System mitzuarbeiten. Somit ist auch die Bindung viel größer als bei Apple das fast nur mit Design punkten kann oder Microsoft mit seinem Quasi-Standard.

    Zudem unterscheiden sich die Distributionen massiv voneinander. So kann jemand der Gentoo auf dem Efef beherrscht mit einem Debian erst mal kaum was anfangen es sei denn er hat Google. Von Red Hat oder SuSE mal ganz zu schweigen die ja eher den Ansatz verfolgen für alles was config angeht ein Tool zu haben statt Dateien.

    Dieser Effekt ist natürlich etwas frustrierend, was dazu führt, dass der Debian/Ubuntu User ohne mit der Wimper zu zucken sagen kann, dass SuSE Schrott ist und Arch unbrauchbar. Denn in der Wahrnehmung des Users ist Debian, als System, so weit weg von SuSE/RH/Arch/Gentoo/… wie es auch von Mac OS und Windows weg ist.
    Denn die Anwendungen sehen ohnehin überall gleich aus, zumindest wenn sie Cross-Platform tauglich sind.

    Von daher sollte man weniger von einer Linux Community sprechen als von vielen Linux Communities die sich zu Distributionen oder Frameworks hingezogen fühlen. Denn der Kampf Debian vs. SuSE wird mindestens so leidenschaftlich ausgefochten wie Qt vs. GTK.

    Denn das „frei“ in „freie Software“ steht auch für „Ich bin frei darin alles anders zu machen als es andere gemacht haben“ ;)

  3. Auch wenn mich das Geflame manchmal genauso nervt, mit Distanz betrachtet halte ich es für nicht unschädlich, weil sich somit die Profile der Communities schärfen.

    Wäre immer alles nur Friede, Freude, Eierkuchen würde keinerlei Reflexion stattfinden und somit jegliche Weiterentwicklung unterbunden. Und das ist es, was Freie Communities ausmacht: Stetige Weiterentwicklung statt dauerhafte, inzestuöse Selbstbeweihräucherung.

  4. Ich denke das ist absolut nichts besonderes, der Mensch versucht immer und überall sich über irgend ein mehr oder weniger geeignetes Merkmal als gemeinschaftliches „wir“ zu definieren, und sich dann von anderen Gruppen zu differenzieren. Ob vim vs emacs, Gnome vs KDE, Ubuntu vs OpenSuse, Linux vs BSD, ist doch immer der gleiche Mechanismus.

    Und man „streitet“ sich dann mit den gleichen Leuten über Texteditoren, Desktopoberflächen, Distributionen, Kernel und viel mehr, mit denen man gleichzeitig verbündet und einstimmig gegen Windows argumentiert. Und selbst mit den feindlichen Windowsnutzern kann man sich dann noch gegenseitig bestätigen das man ja das einzige richtige Betriebssystem auf dem Smartphone hat und alles andere stinkt, weil so tief sitzt der Konflikt dann doch nicht.

    Ich kann keine gewaltigen Shitstorms oder Flamewars zwischen den Distributionen beobachten. Besonders nicht in deinem verlinkten Beispiel, da ist doch eigentlich einhellige Meinung das Dirk die Distribution benutzen soll die er will und das Ubuntu (als Gemeinschaft) sowas auch explizit und offiziell in ihren Wertemassstäben (Code of Conduct) ablehnt.

    Du schliesst für dich daraus dass das ausreichender Grund ist um von dieser Community fern zu halten und möchtest deswegen ihre Produkte auch nicht nutzen. Du fabrizierst letztendlich auch nur ein „wir“ derer die in totaler Harmonie mit ihren Betriebssystem-Mitnutzern sind und grenzt dich von den untereinander ach so schlimm pöbelden Linuxnutzern ab.

  5. Eigentlich ist es einfach. Wenn man von einer Sache überzeugt ist, versucht man andere auch davon zu überzeugen. Das kann zu Produktempfehlung oder zum Missionieren führen. So weit ist das auch alles in Ordnung.

    Mein Grund, Ubuntu zu nutzen, war nicht das System, sondern die Philosophie und der Verhaltenskodex dahinter. Das ist lange nicht bei allen so. Aber denen wollte ich ins Gedächtnis rufen, dass Ubuntu mehr ist als ein Betriebssystem.

    Viele vergessen, dass der Computer ein Werkzeug ist. Ich mag Werkzeuge, die mir Freiheiten bieten (Linux, BSD, …) und nicht solche, die mich einschränken (Mac OS X, Windows, …) das ist auch schon die ganze Geschichte dahinter.

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