Neue Hardware, oder: wer kauft dieses Apfelzeugs?

Der Rechner unter meinem Schreibtisch kommt langsam aber sicher in die Jahre. Da sich ein Freund gerade mit neuer, ziemlich leistungsfähiger Hardware ausstattet, war ich ziemlich beeindruckt, dass die Preise offensichtlich gerade am Boden sind. Jedenfalls kein Vergleich zu der letzten Hardwareanschaffung, auch wenn die bereits ein paar Jährchen her ist.

Und weil der Bayer ja immer so davon schwärmt habe ich mich dann auch mal bei Apple umgeschaut und ein paar Preise bei verschiedenen Händlern geprüft. Und ich war geschockt….

Laut der Webseite von Apple kostet der kleinste iMac 1.199 US$ und hat eher „mäßige“ Hardware verbaut. Intel Core i5 mit 4 Kernen, 4GB Speicher, 500 GB Festplatte und einer AMD Grafikkarte mit 512 MB.

Nun, um das alles mal etwas in das richtige Licht zu rücken: wenn ich diese Komponenten bei einem bekannten deutschen Hardwareversand in meinen Einkaufskorb werfe komme ich auf einen Preis von: 418,95 Euro.
Gut, dabei musste ich teilweise verdammt tief stapeln weil die Hardware inzwischen so alt ist, dass es die neuere Generation nur einen Bruchteil mehr kostet, aber ich wollte ja in etwa eine identische Hardware-Konfiguration. Und ja, das ist natürlich ein Gehäuse und auch der entsprechende Monitor dabei.

Das ist ein Preisunterschied von ungefähr 50% 100%. Sprich: das Produkt kostet ungefähr doppelt soviel wie weitgehend vergleichbare Hardware. Gut, man muss auch das Betriebssystem bedenken… das würde aber bedeuten, dass man knapp 500 Euro für ein Betriebssystem bezahlt.

Also ich bin mir spätestens jetzt ganz sicher, dass mir kein Apfel unter den Schreibtisch kommt, oder habe ich irgend etwas übersehen was den iMac so unglaublich teuer macht?
Oder ist das wie bei Autos und SAP-Lizenzen und so ein Apple wird am Ende für den Kunden günstig gerechnet?

— der Würschtlmann

17 Gedanken zu “Neue Hardware, oder: wer kauft dieses Apfelzeugs?

  1. Naja, du vergleichst auch ein klein bisschen falsch.
    Denn in einem iMac sind 1. Notebooktechnologien verbaut, dass eben dieses schlanke schicke Design möglich ist.

    Auch solltest nicht mit selber zusammengebauten Rechnern vergleichen sondern mit anderen Al–in-One PCs mit der selben Ausstattung.

    Auch hat der iMac ein IPS Panel, Bluetooth, gratis Maus und Keyboard.

    Wenn du mal sehen willst, das Apple nicht unbedingt viel teurer ist, vergleiche einmal das MacBook Pro mit einem aktuellen Thinkpad oder das iPad mit einem auf dem Markt erhältlichen Androiden.

    Klar, Apple ist teuer. Nur bei 80% der Geräten ist dies auch gerechtfertigt durch Langlebigkeit, Robustheit und vor allem dir als BWL’er den Wiederverkaufswert.

    – Bayer

    • Mit einem All-In-One-PC will ich es nicht vergleichen, denn so etwas will ich ja nicht haben. Leider hat Apple ja keine herkömmlichen Arbeitsplätze im Angebot. Ich habe hier absichtlich den iMac genommen weil die „Schere“ sowohl dem Mac Mini als auch dem Mac Pro noch weiter auseinander klafft.
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass ein All-In-One-PC _günstiger_ sein muss als ein herkömmlicher Arbeitsplatz. Es macht ja keinen Sinn ein integriertes Gerät teurer zu verkaufen als seine Einzelteile.
      Das mit dem Wiederverkaufswert kannst du knicken, das Argument funktioniert auch bei Autos nicht. Technik veraltet, und man kauft jetzt schon veraltete Technik wenn man sich einen iMac kauft. Der Wertverfall ist prozentual weitesgehend vergleichbar, aber unterm Strich verliert das teurere Gerät natürlich mehr.

  2. Ich verstehe echt nicht warum es immer zu diesen Diskussionen kommen muss, langsam nervt es echt. Soll doch jeder nutzen was er will und Verständnis für die anderen Lager haben. Für mich war beim iMac-Kauf wichtig, dass es ein All-in-one Rechner ist und ich nicht noch ne Kiste unter’m Schreibtisch haben muss und „damals“ gab es noch keine guten Alternativen aus der PC-Ecke und die waren vom Preis-Leistungs-Verhältnis auch nicht viel besser.

    • Als Diskussion war das ja auch nicht gedacht. Mir ist nur aufgefallen, dass die Hardware von Apple für das was da drin steckt echt… ganz schön teuer ist. Daher ja auch meine Frage im Beitrag ob ich vielleicht irgend etwas übersehen habe bei dem Apfelkram oder die wirklich einfach nur teuer sind.

  3. Also offen gesagt es kostet einfach mehr als vergleichbare Hardware, das ist zugegebenermaßen ein Aspekt, der vom Kauf abschreckt (ging mir auch immer so).

    Aber für mich zählt mittlerweile nicht nur die Hardware sondern das komplette Paket, bestehend aus gut zueinander passender Hard- und Software. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, dass Apple Geräte um Welten besser in der Verarbeitung sind als das ganze PC-Zeug (ausgenommen der guten Thinkpads, aber die kosten ja auch ordentlich).

    • Von den tragbaren Geräten habe ich hier extra nicht gesprochen. Zum Einen weil für mich Notebooks dieser Preiskategorie nicht in Frage kommen (ich kaufe lieber billig und dafür einmal mehr), zum Anderen weil ich da auch noch verstehen kann, dass dünner, kleiner, leichter tatsächlich einen Mehrwert ergibt den man bezahlen möchte, wenn man es denn braucht.
      Aber bei einem Rechner für den Schreibtisch? Wo der Platz doch sowieso vorhanden ist? Da finde ich einen Mehrpreis von über 50% schön ziemlich heftig. Ich gebe dir recht: es hat auch einen Mehrwert, dass man alles aus einer Hand bekommt. Aber macht ein Betriebssystem plus bessere Verarbeitung einen Preisunterschied von so dramatischen Ausmaßen aus?
      Holla die Waldfee, mich hat das gestern ziemlich erschreckt.

      • „Aber macht ein Betriebssystem plus bessere Verarbeitung einen Preisunterschied von so dramatischen Ausmaßen aus?“

        Das muss jeder für sich selbst entscheiden :) Mir war es das wert.

  4. Ich habe seit Jahren iMacs und bin damit hochzufrieden. Man kann nicht immer alles am Preis festmachen. Es sind ja nicht alles Nerds und Schrauber, die sich einen PC kaufen. In erster Linie soll das Teil funktionieren und wenn es denn noch schick aussieht…. Mein jetziger Mac ist mittlerweile über 2 Jahre alt. In der Zeit hat sich ein PC-User vielleicht PC-Teile für 2000 Euro gekauft und ist trotzdem nicht zufrieden. Um eine richtige Meinung zu haben, sollte man wenigsten einen Mac mal länger in Benutzung haben. Systemabstürze kenne ich praktisch nicht, und das reicht mir als Aufpreis aus. Im Büro stehen Windows PCs, und da bin ich nicht zufrieden. Man sollte also nicht Äpfel ;-) mit Birnen vergleichen.

    • Naja, WIndows ist ja inzwischen auch besser als sein Ruf. Allerdings setze ich das privat auch nicht ein ;)
      Aber warum hätte sich ein PC-User Teile für 2000 Euro kaufen sollen? Das versteh ich nicht.

      Also halten wir unterm Strich fest: „schick aussehen“ und „Stabilität“ (nicht Sicherheit!) rechtfertigen einen Aufpreis von 50%.

      Klingt ein bisschen wie Mercedes fahren ;)

      • 2000€ für die immer neuesten Teile (im Mac ja alte Teile, wie der Blog schreibt). Sicherheit: Hatte noch nie ein Problem damit, es gibt ja einige Tools dafür. Von meiner Warte aus würde ich also dem Apfel treu bleiben, auch wenn ich kein Jünger bin und kein iphone, iPad, iIrgendwas zwingend haben muss. Klar verkauft Apple seine Teile etwas teurer und die Leute bezahlen es, aber die Qualität stimmt. Ist wie bei einer Jeanshose für 20€ oder für 100€, man kann davon ausgehen, das die 100€-Hose länger hält, auch wenn beides in China hergestellt wurde.

      • Ah ok, jetzt hab ich das verstanden. Du sagst: lieber etwas mehr bezahlen und dafür zufrieden sein.
        Das die Hardware in der aktuellen iPad-Generation nicht mehr aktuell ist liegt wohl daran, dass die ja nicht jedes Jahr eine neue Version heraus bringen.

  5. Es ist eben wie bei Markenklamotten, da zahlt man ganz stark den Markennamen.

    Apple passt das Betriebssystem natürlich auf die wenige Hardware, die sie vertreiben besser an als es andere Betriebssysteme, die mit wesentlich mehr unterschiedlicher Hardware zurechtkommen müssen, könnten. Wobei Du ja nicht nach dem Betriebssystem gefragt hat.

    Der Aufpreis ist übrigens knapp 100% und nicht 50%.

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