Perry Rhodan: Der kosmische Lockvogel

von sparrow242

Nachdem ich kurz den Silberbänden untreu wurde, bin ich jetzt natürlich wieder aufgesprungen. :)

Aktuell habe ich Silberband 4: der kosmische Lockvogel gelesen. Von den ersten Bänden ist das, in meinen Augen, einer der Besseren. Dafür war „der Unsterbliche“ eher… weniger befriedigend. Da habe ich mich eher durchgebissen.

Bei „der Unsterbliche“ setzen sich die Autoren mit dem Problem auseinander, dass Fortschritt (technisch oder gesellschaftlich) nicht von Heute auf Morgen passieren. Da die Hauptfigur aber diesen Fortschritt begleiten, und vorantreiben, soll mussten sie eine Möglichkeit finden Perry Rhodan möglichst lange leben zu lassen. So kamen ES, der Kunstplanet Wanderer und die Zelldusche ins Spiel um den Hauptfiguren der Serie die „relative Unsterblichkeit“ zu verleihen. Gut, das ist verständlich. Aber der Weg dahin, dieses kosmische Rätsel… au weia wie schlecht. Da hilft auch der Kultfaktor nicht mehr. Logiklücken so groß wie Mitteleuropa und eine Storyline die so flach wie die Nordsee bei Ebbe ist.

Ganz anders dagegen „der kosmische Lockvogel“. Die „dritte Macht“, also die Keimzelle die vielleicht einmal das große Solare Imperium werden wird, wird von einem Gegner herausgefordert der das genaue Gegenteil von Perry Rhodan ist.

Ich muss kurz abschweifen: Bei Geschichten von Superheldengeschichten (ganz besonders bei Filmen) gibt es etwas das ich immer den „Nemesis-Effekt“ nenne. Dafür gibt es bestimmt auch einen total fachmännischen Ausdruck, aber für mich heißt das halt so. Kennt bestimmt jeder: in einem Superheldenfilm gibt es immer einen (oder mehrere) Gegner die dem Helden ebenbürtig, vielleicht sogar überlegen sind. In Charakter und Superkräften sind sie oft das genaue Gegenteil des Helden. Irgendwann im Laufe des Films ist es dann so, dass der Held den direkten Kampf verliert. Eigentlich ist er schon besiegt, liegt blutend am Boden und leided vor sich hin. Aber passiert irgend etwas was den Helden wieder zu Kräften kommen lässt. Ein Vorfall, sein unbändiger Wille, eine Schwäche die zu einer Stärke wird… irgend etwas das den gefallenen Helden wieder auferstehen lässt um den Kampf zu gewinnen. Gehört zu jedem Superheldenfilm dazu, geht gar nicht anders ;)

Nun, in „der kosmische Lockvogel“ wird mit dem „Overhead“ eine Figur behandelt die in seinen Ansichten und Möglichkeiten das genaue Gegenteil von Perry Rhodan ist, allerdings mit geistigen Fähigkeiten ausgestattet die Perry bei weitem überlegen sind. Auch hier haben sich die Autoren der Serie offensichtlich früh mit einem Problem beschäftigt: wenn ein Mensch so mächtig ist, dass er die ganze Erde unterjochen könnte, wie vermittelt man dann glaubhaft, dass er nicht der eiserne Diktator wird. Im Laufe der Serie wird das immer wieder aufgenommen und verarbeitet, aber hier wird schon direkt am Beginn der Serie anhand der Figur des „Overhead“ die Möglichkeit genutzt zu zeigen was passieren könnte wenn Rhodan nicht diese „anständige“ Einstellung hätte.

Jetzt geht es bald nach Arkon. Ich freu mich drauf :)

— der Würschtlmann

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