Erster Blick auf’s WunderKit

(wunderkit.com)

Grundlegendes

Auf den Namen Wunderkit hoert das neuste Projekt vom Berliner Start-up 6Wunderkinder. Das junge Unternehmen ist bereits weltweit bekannt geworden durch ihre GTD-Loesung Wunderlist. Internationale Presse wie Engadget oder New York Times lobten diese Application. Wunderlist an sich war bis zur Veroeffentlichung von Apples iOS5 das non-plus ultra im Bereich kostenfreier und plattformuebergreifenden Aufgabenlisten-Verwaltung war. Durch die plattformunabhaengigkeit waren nahezu alle Plattformen nativ angebunden, die restlichen durch die Weboberflaeche.

Im Grunde ist nun das Wunderkit die konsequente Weiterentwicklung aus Erfahrungen der Wunderlist – welche nun ein stark integrierter Bestandteil des Kit’s ist. Ansonsten sind in der Betaphase noch eine Notiz- und eine aus Facebook bekannte Statuswall-Funktionalitaet integriert. Alles im Auge behaelt der Benutzer mit der Dashboard Ansicht.

Wunderkit richtet sich nach dem Promovideo vorallem an Einzelpersonen oder kleine Gruppen welche sich zu Interessen oder Aktivitaeten zusammenschliessen wie zum Beispiel zu einem Samstagsbrunch. So soll neben dem kurzzeitigen fuer Events auch das langzeitige verwenden eines so genannten Workbench moeglich und nuetzlich sein.

Zu beachten ist auch, alle Eindruecke auf den folgenden Seiten stammen aus der halb geschlossenen Betaphase Anfang des Jahres 2012. Aussagen ueber Stabilitaet und Funktionsumfang koennen je nach Datum variieren.

Diverse Dinge wie Design und Layout muessten jedoch fix sein.

soziales Wunder

So koennte man es eigentlich beschreiben. Die Software lebt von der extremen Integration in die Netzwerke Facebook und Twitter. Dies merkt man neben der reinen Funktionalitaet auch, dass die ersten beiden Moeglichkeit zur Anmeldung ueber die beiden genannten Web 2.0 Dienste laufen.

In der Beta ist diese Verbindung nur einseitig. Es fliessen keine Informationen ueber den Gebrauch von WinderKit zurueck in die Netzwerke. Ich hoffe das dies im fertigen Produkt via Opt-in beziehungsweise Opt-out regelbar ist. Natuerlich ist es auch moeglich sich via Email Adresse anzumelden – jedoch wohl eher nur aus Kompatibilitaetsgruenden vorhanden.

Auch WunderKit an sich selbst reagiert sozial. Es ist vergleichbar mit Youtube und den “das koennte dir auch gefallen” – Videos. Hier sind es ausgewaehlte Workbenches. Noch macht es nicht den Eindruck das sie durch personalisiert sind.

An vielen weiteren Stellen tauchen andere Features auf, diese werden im Abschnitt Funktionen naeher beschrieben.

Auch laesst sich durch eine sogenannten “public workbench” eine Art Facebook’sche Fanseite erzeugen. Welche genau so gesteuert wird wie ein normaler Workbench nur eben fuer alle such- und sichtbar. Durch die Moeglichkeit zu kommentieren eignet sich diese Art von Seite wohl auch als Projektseite fuer kleine Teams. Allerdings fehlt komplett die Moeglichkeit Dateien und Bilder hochzuladen und anzuzeigen. Allerdings werden gepostede Links sofort in Hyperlinks gewandelt.

Aussehen

WunderKit ist ein Kind des Web 2.0’s. So sieht es auch aus. Viel Glossy, viel Holz, viel Transparenz. Vieles hilft, die Software benutzerfreundlichen zu gestalten – jedoch nicht alles. Die 6WunderKinder bleiben also ihrer aus der Wunderlist bekannten Designsprache treu.

Was einem auffaellt, die komplette Webapplikation setzt auf die UI welche von iPad Apps bekannt ist. Inklusive Topbar und Verschachtelen “Ziehamoniker”-Views wie in diesem FAll die Uebersicht aller Workbenches und der Ansicht der aktuellen Workbench. Auf einem Desktoprechner ein ungewohnter Anblick. Elemente wie zum Beispiel eine Hervorstellung des ausgewaehlten Workbenches fehlt, noch.

Welche grafische Spielerei ich als stoerend empfinde ist, dass man um Dinge zu bestaetigen nicht wie gewohnt auf OK klickt sondern einen Schalter ‘umlegen’ muss. Auf mobilen Geraeten eine gaenige Geste, auf dem Client fricklig und nicht intuitiv.

Weiter gehen leider viele gute Ideen und Methoden unter. So ist das Drag&Drop von allerei Gegenstaenden nuetzlich und wirklich praktisch, jedoch sieht man es nicht an das man eben einfach etwas in den Muelleimer ziehen kann und nicht irgendwo auf “Muell” klicken muss – was man auch nicht kann. Dies erzeugt jedoch starke Frustmomente.

Nach Tests mit einem openSuse 12.1 unter KDE und einem aktuellen Firefox scheinen die Jungs und Maedls es wirklich plattform- und systemunabhaengig gestaltet zu haben. Ein Windows XP mit einem Internet Explorer 7 wurde abgelehnt – im achter sah es unvorteilhaft aus. Aber wohl fuer die Szene welches WunderKit ansprecht weniger von Relevanz.

Funktionen

Dieser Abschnitt nimmt einen Blick auf die einzelnen Kernfunktionaelitaeten von WunderKit.

Wallposts

Die aus diversen anderen Seiten bekannte Wall ist auch in WunderKit integriert. Auf dieser werden nicht nur die eigenen Posts angezeigt sondern auch Statusmeldungen aus den anderen Funktionen welche der Service bietet. Ich gehe schwer davon aus, dass in der – eventuell existierenden – API es auch moeglich ist, das Dritte hier Nachrichten absetzen koennen. Wie auf dem zu sehenden Screenshot zu erkennen ist, bietet die Wall verschiende Moeglichkeiten auf diese Einfluss zu nehmen. So ist die Sichtbarkeit – ob es alle die diesen Workbench folgen sollen, oder nur Freunde sehen sollen – mittels simplen Klick einzustellen.

Einzelene Posts lassen sich vom Schreiber bearbeiten und von allen Followern und Freunden ‘herzen’ und kommentieren. Wobei letzteres nur auf der Beziehung Hauptnachricht -> Kommentar moeglich ist.  So kann man nicht direkt auf einen Kommentar kommentieren. Nutzer von anderen kollaborativen Plattformen wie Confluence oder Moodle werden hier wohl enttaeuscht.

Aufgaben

Wie in der Einleitung erwaehnt ist dies wohl die Kernkompetenz von den 6Wunderkindern. So bringt jeder Workbench automatisch die Moeglichkeit mit sich Aufgabenlisten anzulegen. Ob man in der Anzahl limitiert ist konnte ich nicht herausfinden. Jeder Aufgabe lassen sich durch das Inlinemenue Eigenschaften mit auf dem Weg geben. So laesst sich ein Endtermin festlegen. Hierbei ist der Datepicker echt was neues. Es lassen sich im Suchfeld native Woerter fuer ein Datum eingeben wie “today” oder “tomorrow” – vielleicht ja irgendwann auch “my birthday”. Weiter wenn man anschliessend durch die Monate scrolled gibt es einen  netten Bounce-Effekt welches an eine Slotmachine erinnert. Allerdings denke ich, da es ein bisschen zu stark bounced das es ein CSS-Rendering Fehler ist. Eine Zeitraum laesst sich deswegen jedoch nicht angaben. Schade.

Zur besseren Einordnung bei einer grossen Anzahl an Erinnerungen kann man diese vertaggen. Dabei gibt es eine automatische Tagvervollstaendigung oder eben eine automatisierte Tagerstellung wenn es sich um einen neuen handelt.

Nuetzliches Feature der Aufgabe ist es, dass man diese an Personen binden kann. Hierbei wird einem keine Benutzerliste vorgesetzt sondenr ein kleines intelligentes Suchfeld, welches dann den entsprechenden User automatisch vervollstaendigt und mittels Tastendruck hinzufuegt. Dieser bekommt dann diese Aufgabe in seiner “Inbox” angezeigt.

Notizen

Hier ist nichts spektauklears. Eine durchgestylte Ansicht bietet es an Notizen zu hinterlegen, zu taggen und zu kommentieren. Ein “schicke an $personA” scheint es nicht zu geben. Hierbei wird sofort nach einer Tipppause die Notiz gespeichert. Dies fuehrt aber eventuell auch dazu, dass man das Fenster schliest, bevor die Notiz fertig gespeichert ist.

Fazit

Ein guter Service, welcher fuer mich jedoch noch stark Raum fuer Verbesserungen hat und diese auch nutzten sollte bevor ich ueberlegen wuerde ihn produktiv zu nutzen.

Das auf biegen und brechen auf iPad UI getrimmte Webinterface ist auch eventuell streitwuerdig.

Allerdings ist es was neues was eventuell Menschen raus aus dem Mief von Yahoo Groups und Co hilft. Danke hierfuer.

Nichts desto trotz bleibt mit Wunderkit noch eine Sache schuldig. Fuer was benoetige ich es persoenlich wirklich? Fuer Terminplanung fehlt mir – noch – ein Plugin womit ich es raus in meine Mail.app ziehen kann. Fuer eine Teamverwaltung fehlt die Uebersichtlichkeit bei verschiedenen Unterhaltungsstraengen den Anschluss nicht zu verlieren. Sowie die Moeglichkeit Dateien und Bilder zu handeln.

Irgendwie erinnert mich dieses stark an das gescheiterte Google Wave. Nichts desto trotz hoffe ich auf einen Erfolg des Produktes und das sie ein Revenuemodel finden welches ermoelgicht den Dienst und damit die 6Wunderkinder am Leben zu erhalten.

Leider fand ich keine Exportmoeglichkeit um zum Beispiel meine Tasks zu backupen.

eure Meinung

Habt ihr den schon Eindrücke vom WunderKit? Würde gerne diese höheren oder einmal mit euch zusammen durch das WunderKit stöbern!

– der Bayer

3 Gedanken zu “Erster Blick auf’s WunderKit

  1. Ich habe gelesen Wunderkit soll Facebook für produktivität sein… ist das nicht wie ein Wurstbrot für Veganer?
    Es das die Kinder ihrem Motto treu bleiben. Es muss gut aussehen, der Rest kommt dann schon. Wenn ich den Eintrag lese und die Videos sehe frag ich mich auch wozu ich das eingetlich brauchen sollte.

    Nevertheless danke für den tollen Blogeintrag

    • Freut mich das er dir gefallen hat :).
      Das mit der Produktivität ist eine so eine Sache. Ich erstelle Aufgabenlisten und schreibe Notizen. Aber irgendwie benötigt man ja noch mehr. Also entweder man ist nach 2min fertig mit allem oder man hängt wie bei Wikipedia einfach fest weil man von einem Workbench zum anderen springt und da kommentiert und dort liked…

      Bleibt spannend zu sehen!

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